From kath.kg.pfarrei.st.hildegard.von.bingen.marzahn-hellersdorf@mail.churchdesk.com Fri Aug 14 15:00:55 2026 Return-Path: <546a260a.BAAACR21dSkAAAAAAAAAALbRdg8AARrmTisAAAAAAAYHIQBqfy2f@bnc3.mailjet.com> Received: from o51.p13.mailjet.com (o51.p13.mailjet.com [87.253.238.51]) by sdfeu.org (8.18.1/8.14.3) with ESMTP id 67EF0sXR016056 for ; Fri, 14 Aug 2026 15:00:54 GMT DKIM-Signature: v=1; a=rsa-sha256; c=relaxed/relaxed; q=dns/txt; d=mail.churchdesk.com; i=kath.kg.pfarrei.st.hildegard.von.bingen.marzahn-hellersdorf@mail.churchdesk.com; s=mailjet; t=1786719647; x=1786726847; h=Message-Id: MIME-Version: From: Reply-To: To: Subject: Date: List-Unsubscribe-Post: List-Unsubscribe: Feedback-Id: X-CSA-Complaints: X-MJ-Mid: X-MJ-MonitoringCategory: X-REPORT-ABUSE-TO: Content-Type: Content-Transfer-Encoding: To: From: Sender: Subject: Date; bh=9p/tLwjLkEo6cu8NKC7/uB6Jxm5tDR08oJKsyEijs9o=; b=iQVfDklFT2mNdu20QBfoacMrUgqtQNjj9T1To3/ioBuB8QfWd7Voj9d1J QYRBvlfSfi/QQGFF9g7ALeB2HvNJ37hoW7Kcxfd5MvM9DKIGyOaaE/m0YAv6 Yaui1Ae2ZoUJTusns3W6aOzCGf99QUzem9o7AbVyx3257xf5s7Mgr8= Message-Id: <546a260a.BAAACR21dSkAAAAAAAAAALbRdg8AARrmTisAAAAAAAYHIQBqfy2f@mailjet.com> MIME-Version: 1.0 From: "Kath. KG Pfarrei St. Hildegard von Bingen Marzahn-Hellersdorf" Reply-To: kontakt@st-hildegard-von-bingen.de To: dalkmann@sdf-eu.org Subject: Newsletter der Katholischen Kirchengemeinde Pfarrei St. Hildegard von Bingen Marzahn-Hellersdorf Date: Fri, 14 Aug 2026 15:00:47 +0000 List-Unsubscribe-Post: List-Unsubscribe=One-Click List-Unsubscribe: , Feedback-Id: 59958861.395041.365001:MJ X-CSA-Complaints: csa-complaints@eco.de X-MJ-Mid: BAAACR21dSkAAAAAAAAAALbRdg8AARrmTisAAAAAAAYHIQBqfy2fzPsZ6pl0T3Szkg2QuszcqAAFkck X-MJ-MonitoringCategory: main X-REPORT-ABUSE-TO: Message sent by Mailjet please report to abuse@mailjet.com with a copy of the message Content-Type: text/html; charset=utf-8 Content-Transfer-Encoding: quoted-printable [ The following text is in the "utf-8" character set. ] [ Your display is set for the "ISO-8859-1" character set. ] [ Some characters may be displayed incorrectly. ] Newsletter der Katholischen Kirchengemeinde Pfarrei St. Hildegard von Bingen Marzahn-Hellersdorf
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Heilige Hildegard von Bingen, dargestellt in einem himmlischen, goldenen Gewand mit ausgebreiteten Armen und einem Heiligenschein.

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Gott auf dem Prüfstand: Als eine Heidin Jesus korrigierte.

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Schwestern und Brüder,

die Urkirche war anfangs kein weltoffener Wohlfühlverein, sondern ein exklusiver Zirkel. Für die ersten Christen - durchweg mit jüdischen Wurzeln - stand fest: Das Heil Gottes ist ein Privileg für das eigene Volk. Die Heiden? Das waren die Anderen. Unrein. Draußen. Diese theologische Mauer schien unerschütterlich, bis ausgerechnet eine verachtete Außenseiterin sie zum Einsturz brachte.

Die Szene mit der kanaanäischen Frau ist ein Skandal, den wir im sonntäglichen Gottesdienst gerne weichspülen. Eine Heidin fleht Jesus um Hilfe für ihre kranke Tochter an. Und der so barmherzige Heiland? Er ignoriert sie völlig. Als sie nicht lockerlässt, weist er sie schroff ab. Schlimmer noch: Er verwehrt ihr die Hilfe mit der demütigenden Begründung, man dürfe das Brot der Kinder nicht den Hunden vorwerfen. Das ist Exklusivitätsdenken in Reinkultur, ganz auf der Linie der damaligen religiösen Eliten.

Doch die Frau schluckt die Abweisung nicht. Sie weigert sich, ihren Platz auf den billigen Plätzen der Heilsgeschichte zu akzeptieren. Sie kontert schlagfertig: "Aber selbst die Hunde essen von den Krümeln, die vom Tisch ihrer Herren fallen." Diese heidnische, namenlose Frau hält dem Messias den Spiegel vor. Sie entlarvt die Enge einer Religionsauffassung, die Gottes Gnade rationieren will.

Und Jesus? Er pocht nicht auf seine theologische Autorität. Er lässt sich korrigieren, weil er Barmherzigkeit ist. Er kapituliert vor ihrer Beharrlichkeit und staunt: "Frau, dein Glaube ist groß!" In genau diesem Moment reißt der Himmel auf und die historisch wichtigste Entscheidung des Christentums fällt: Das Heil Gottes kennt keine VIP-Lounge mehr. Der exklusive Club wird aufgelöst. Die Tür steht für alle Menschen weit offen.

Wer heute in der Kirche immer noch theologische Barrieren hochzieht und meint, entscheiden zu müssen, wer rein, richtig oder wahrhaft katholisch genug ist, hat den Kern der Botschaft nicht begriffen. Wenn sogar Jesus sich von einer ausgegrenzten Heidin seinen Horizont weiten ließ - mit welchem Recht maßen wir uns an, Gottes unendliche Liebe wieder in unsere kleinen, frommen Schubladen zu stecken?

Beste Grüße

Jonas Treichel, Kaplan 

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